Montag, 10. Juni 2019

Resteverwertung - Süß-Salzige Glutenfreie Kekse



Resteverwertung - Glutenfreie "Alles-Drin"-Kekse

Jeder, der regelmäßig kocht oder bäckt, kennt das Thema: Man probiert Rezepte aus, für die man eine definierte Menge von irgendetwas braucht; die Packungen, die man kauft, enthalten aber mindestens 50 Gramm mehr als man braucht, man stopft die Packung mit dem Rest in den Küchenschrank mit der gedanklichen Notiz, irgendwann einmal Verwendung dafür zu finden, und geht zur Tagesordnung über.
Die gedankliche Notiz wandert in die Ablage irgendwo in den Tiefen des Unterbewußtseins, und wenn einem dann Wochen oder Monate später beim Öffnen des Küchenschranks hundert Tüten und Schachteln mit Resten von obskuren Zutaten entgegenkommen, fragt man sich entgeistert, wie das passieren konnte. Und wozu zum Teufel hat man eigentlich jemals schokolierte Chiasamen gebraucht??
Okay, die schokolierten Chiasamen waren ein Scherz, sowas würde ich nicht kaufen. Glaube ich zumindest.
Was mir entgegenquoll, waren angefangene Tüten mit blanchierten Mandeln, Walnußhälften, gerösteten und gesalzenen Macadamianüssen, Tamari-Sojabohnen, ein paar vergessene Rosinen und steinharte Goji-Beeren.
Letztere hatte ich ja unbedingt einmal probieren müssen, Superfood und so, um dann festzustellen, daß ich mit simplen Rosinen oder Cranberries vollkommen zufrieden bin.
Jedenfalls stapelte sich das alles auf der Arbeitsplatte, und in einem Flash (eigentlich wollte ich gerade keine Kekse backen) wußte ich plötzlich ganz genau, wie ich das alles verarbeiten würde.
Also nutzte ich den etwas ungebetenen Flow, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Keksbestände auffüllen und Reste verarbeiten, bevor sie Junge bekommen und anfangen, in den Tüten herumzuflattern.
Solche Rezepte haben bei mir die Eigenschaft, besser zu werden als solche, über denen ich lange gebrütet habe.
Leider kann ich mich hinterher in der Regel nicht daran erinnern, was genau ich eigentlich gemacht habe, vor allem, wie viel wovon ich verwendet habe. Dieses Mal war ich so schlau, alles abzuwiegen und sofort jeden Schritt schriftlich festzuhalten.
Und somit habe ich ein reproduzierbares Ergebnis.
Das Beste ist, daß das Rezept sehr flexibel ist. Abgesehen von den Zutaten für den Grundteig kann man alles verarbeiten, was einem in die Quere kommt und was man für kombinierbar hält. Wir mögen die Kombination von Süß und Salzig, daher war es kein Problem, gesalzene Macadamias und Tamari-Sojabohnen mit Rosinen und Schokochips zu kombinieren. Wer das noch nie probiert hat, dem kann ich nur raten, es zu versuchen. Die Kekse haben echtes Suchtpotential.
Okay, die Flexibilität ist das Zweitbeste. Das Beste ist, daß sie extrem lecker sind.



Zutaten für ca. 44 Kekse:
  • 100 g gemahlene Mandeln
  • 50 g gemahlene Walnüsse
  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Tapiocastärke (oder Kartoffel- oder Maisstärke)
  • 25 g Kokosmehl
  • 50 g Xylit + 25 g Erythrit oder 75 g Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 50 g Butter
  • 1 gehäufter EL Schmand (Joghurt geht vielleicht auch)
  • 1 Ei
  • ca. 90 g gehackte gesalzene, geröstete Macadamianüsse
  • je 1 gute Handvoll Rosinen, Goji-Beeren, Tamari-Sojakerne und dunkle Schokochips
  • Alternativen sind geröstete, gesalzene Pistazienkerne oder Erdnüsse, Cranberries, Aroniabeeren, kandierter Ingwer usw.

Zubereitung:
  • Alle trockenen Zutaten gut mischen, mit der kalten Butter verkneten, dann Schmand und Ei dazu und zu einem klebrigen Teig kneten
  • Backofen auf 160°C Umluft vorheizen
  • Zwei Backbleche mit Backpapier oder Silikonmatten auslegen
  • Der Teig ist klebrig und krümelig zugleich, aber wenn man eine walnußgroße Menge zusammenknetet, kann man sie auf dem Blech etwas flach drücken, ohne daß alles wieder zu Krümeln zerfällt. Die Kekse gehen nicht auseinander beim Backen, daher sollte man sie auf ca. 1,5-2 cm Dicke plätten. Allerdings kann man sie auch dicht nebeneinander auf das Bech setzen.
  • Ich habe zuerst den gesamten Teig verarbeitet und beide Bleche dann gleichzeitig in den Ofen geschoben, bei Umluft geht das ja.
  • Ca. 12-15 Minuten backen (bei mir ca. 14 Minuten)
  • Auf dem Blech noch 10-15 Minuten auskühlen lassen und dann auf einem Gitter vollständig erkalten lassen


Bon Appétit!

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