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Sonntag, 18. Februar 2018

Glutenfreie Mönchsbart-Torte

 

Torta Salata con Agretti senza glutine

Zu gut Deutsch: salzige Torte mit Mönchsbart. Glutenfrei, versteht sich.
Mönchsbart, botanisch Salsola soda, ist eine Pflanze aus der Familie der Salzkräuter, die im Mittelmeer heimisch ist und bevorzugt an der Küste wächst. Traditionell wird daraus Natriumcarbonat gewonnen, in Italien jedoch werden die agretti auch als Gemüse sehr geschätzt.
Da ich gern schon einmal auf italienischen Rezeptseiten herumstöbere, bin ich natürlich auch auf den Mönchsbart gestoßen, doch in der Annahme, daß dieser außerhalb meiner Reichweite liege, habe ich ihn dann wieder vergessen.
Bis ich letzte Woche im real beim Biogemüse darauf stieß. Da gab es wahr und wahrhaftig italienischen Mönchsbart.
Der mußte natürlich sofort ausprobiert werden!
Also suchte ich das Rezept heraus, das ich bei Giallozafferano gefunden hatte: Törtchen mit Mönchsbart.
Grundsätzlich scheinen salzige Torten mit diesem Gewächs eine der populärsten Zubereitungsformen darzustellen, also habe ich entschieden, eine einzelne größere Torte zu machen, weil mir die Lust und Zeit fehlte, zehn kleine Törtchen zu basteln.
Da ich beim Kauf des Mönchsbartes nicht mehr wußte, was für ein Rezept irgendwann einmal meine Aufmerksamkeit erregt hatte, habe ich natürlich auch nicht gezielt Zutaten für so eine Torte besorgt.
Also habe ich einfach genommen, was der Kühlschranke noch so hergab, und das Ergebnis war ausgesprochen lecker.
Mönchsbart ist geschmacklich am ehesten mit Spinat zu vergleichen, riecht und schmeckt mineralisch, aber auch wieder mit einem ganz eigenen Geschmack, den man schlecht beschreiben kann.
In der Torte war der Eigengeschmack sehr dezent.
Grundsätzlich könnte man für dieses Rezept auch ebenso gut Spinat nehmen, wer also keine agretti zur Hand hat, kann sich mit frischem Spinat behelfen.
Natürlich kam mir erst hinterher die Idee, daß ich das Grünzeug im Naturzustand hätte fotografieren sollen - doch das habe ich vergessen. Wer wissen möchte, wie Mönchsbart aussieht, kann das bei Wikipedia tun, einfach runterscrollen, bis das Bild der Mönchsbart-Sträußchen kommt.

Die Fotos sind wie immer Action-Shots statt kunstvoller Arrangements. Sozusagen die Reality-Show der Food-Fotografie, das Dschungelcamp in der Küche.



Zutaten für eine 20cm ø Form:
Boden:
  • 80 g Buchweizenmehl
  • 20 g Tapiokastärke
  • Prise Salz
  • 40 ml Olivenöl
  • 30-50 ml Eiswasser

Füllung:
  • 80 g Ziegenfrischkäse
  • 100 g saure Sahne
  • ca. 80 g Pecorino, gerieben,
  • 1 Ei
  • 1 Bund Mönchsbart oder frischer Spinat
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:
  • Die holzigen unteren Enden des Mönchsbarts abschneiden, das Grün gründlich waschen.
  • In kochendem Salzwasser ca. 30 Sekunden blanchieren und dann in eine Schüssel mit Eiswasser geben, damit der Kochprozeß sofort unterbrochen wird und die knallgrüne Farbe erhalten bleibt.
  • Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.
  • Mehl und Salz mit dem Öl mischen und nach und nach so viel Eiswasser zugeben, daß ein einigermaßen geschmeidiger Teig entsteht, den man gut ausrollen kann.
  • Auf einem leicht bemehlten Backpapier zu einer runden Teigplatte mit ca. 4 mm Dicke ausrollen, in die gefettete Form geben und an den Rändern festdrücken. Eventuell überstehenden Teig abschneiden, den Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen, damit er sich nicht hochwölbt beim Backen.
  • Für die Füllung nun Ziegenkäse, saure Sahne, Ei, Salz und Pfeffer sowie 2/3 des geriebenen Pecorino mit einem Stabmixer pürieren, den Mönchsbart auf Küchenpapier abtrocknen und auf dem Teig verteilen, dann die Ziegenkäse-Masse darüber geben und zum Schluß den restlichen Pecorino drüberstreuen.
  • Sollte noch Teig am Rand überstehen, kann man ihn umknicken, so daß man einen geschlossenen Rand erhält.
  • Die Torte 25-30 Minuten bei 180°C Umluft backen.

Dazu paßt sehr schön ein Tomatensalat.
Bon Appetit!


Donnerstag, 5. Mai 2016

Überbackene Auberginenscheiben


Überbackene Auberginenscheiben

Heute gibt es einmal wieder ein Rezept, das doch Kuhmilch enthält, oder vielmehr Büffelmilch, nämlich Büffelmilch-Mozzarella.
Man könnte statt dessen auch Schafmilch-Feta oder Ziegenkäse nehmen, aber wer es verträgt, sollte es mit Büffel-Mozzarella versuchen, die hat einen ganz eigenen Geschmack.
Die Auberginenscheiben sollten vor dem Backen in der Pfanne angebraten oder gegrillt werden, weil sie sonst nicht gar werden, keine Röststoffe entwickeln und nicht besonders schmecken.
Für das Pesto kann man jedes verwenden, das man gerade zur Hand hat; ich habe mein Bärlauch-Pesto verwendet.

Zutaten:
  • 1 mittelgroße Aubergine
  • 2 mittelgroße Tomaten
  • ca. 2 EL Pesto
  • 250 g Büffelmozarella
  • Salz
  • Pfeffer

Zubereitung:
  • Aubergine in 5 mm dicke Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und in einem Sieb ca. 30 Minuten ziehen lassen.
  • Trockentupfen, dann in einer heißen Grillpfanne von beiden Seiten je ca. 1 Minute anbraten, bis ein schönes Grill-Rost-Muster zu sehen ist.
  • Abkühlen lassen.
  • Mozzarella in Scheiben schneiden und abtropfen lassen (ich hatte Mini-Kugeln, die habe ich in je drei Scheiben geschnitten).
  • Ofen auf 180°C Umluft vorheizen, Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Auberginenscheiben auf dem Blech verteilen, auf jede Scheibe einen kleinen Klecks Pesto streichen, mit je einer Scheibe Tomate und Mozzarella (oder mehreren kleinen Scheiben Mozzarella) belegen, nach Geschmack pfeffern und bei 180°C Umluft 15-20 Minuten backen.


Guten Appetit!


Samstag, 22. November 2014

Glutenfreier Flammkuchen


Glutenfreier Flammkuchen

Dieser Flammkuchen war ein spontanes Experiment. Ich wollte schon seit Ewigkeiten Flammkuchen mit Äpfeln ausprobieren, und außerdem saß schon seit Tagen eine Packung Serrano-Schinken im Kühlschrank und wartete darauf, um ein paar Datteln gewickelt zu werden.
Also passierte, was meistens passiert, wenn ich wie der Esel zwischen zwei Hafersäcken stehe: In meinem Hirn ereignet sich eine Art Kernfusion, und heraus kommt eine Kombination aus beidem. (Das ist nicht so glücklich, wenn es sich um völlig gegensätzliche Dinge wie Hering und Lebkuchen handelt, und manchmal kommen auch wirklich eigentümliche Ideen dabei heraus, aber meistens bin ich selbst erstaunt, wie gut das Endergebnis geworden ist.)
Nachdem wir jedenfalls die erste Hälfte des Flammkuchens verputzt hatten, meinte der Göttergatte, das Rezept sei es wert, der Nachwelt erhalten zu werden, und so habe ich von der zweiten Hälfte noch schnell einen Schnappschuß gemacht.



Nicht schön, aber selten, wie Mama zu sagen pflegte...

Man kann daraus eine Hauptmahlzeit für zwei Personen machen oder eine Vorspeise für vier. Der Boden wird nicht knackig-kroß, sondern bleibt weich, aber er ist weder zäh noch krümelig, was ja häufig bei glutenfreiem Teig passiert. Außerdem ist er proteinreich und nicht zu stärkelastig.
Die Datteln sind natürlich Zuckerbomben, die man in der Menge auch nicht jeden Tag braucht. Wer das vermeiden will, kann statt der Datteln einfach die andere Hälfte des Apfels nehmen und die Schnitze in Schinken wickeln.
Und natürlich kann man den Schinken auch weglassen und den Boden mit irgendetwas anderem belegen. Äpfel und Haselnüsse sind zum Beispiel schön. Oder man macht ihn ganz klassisch nur mit Zwiebeln und Speck.
Und schließlich noch eine Warnung: Dieses Rezept ist kuhmilchfrei, aber NICHT laktosefrei!!

Zutaten:
Für den Teig:
  • 25g Kokosmehl
  • 25g gemahlene Mandeln
  • 50g Sojamehl (vollfett)
  • 75g Vollreismehl
  • 25g Kartoffelstärke
  • 2 TL Xanthan
  • 1 TL Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Honig
  • 2 EL Olivenöl
  • 200ml minus 1-2 EL lauwarmes Wasser

Für den Belag:
  • 100g Schafmilchjoghurt
  • 100g Ziegenfrischkäse
  • 30g Ziegenkäse (Ziegenrolle)
  • 1/2 Apfel
  • 1 mittelgroße Schalotte
  • 6 Scheiben Serrano-Schinken
  • 12 entsteinte Datteln

Zubereitung:
  • Alle trockenen Zutaten für den Teig gründlich mischen, dann Honig und Öl hinzugeben und nach und nach das Wasser hineinkneten. Der Teig sollte klebrig sein, aber gerade noch von Hand knetbar.
  • Zu einer Kugel geformt an einem warmen Ort zugedeckt ca. 1 Stunde gehen lassen.
  • Für den Belag Joghurt und Frischkäse verrühren, die Schalotte in dünne Ringe schneiden, die Schinkenscheiben halbieren und je eine Dattel in eine halbe Scheibe Schinken wickeln. Den halben Apfel ebenfalls in dünne Scheiben und den Käse in kleine Würfelchen schneiden.
  • Ofen auf 210°C Ober-Unterhitze vorheizen.
  • Teig zwischen zwei Blättern Backpapier so dünn wie möglich ausrollen, das obere Backpapier abziehen und die Teigplatte auf dem unteren Blatt Backpapier auf ein Backblech ziehen.
  • Mit der Joghurt-Frischkäsemischung bestreichen, dabei einen 2-3cm großen Rand frei lassen.
  • Die Schalottenringe darauf verteilen, dann die in Schinken gerollten Datteln darauf setzen, die Apfelscheiben dazwischen verteilen und die Käsewürfelchen darüberstreuen (sind nicht so viele).
  • In der Mitte des Ofens ca. 20 Minuten backen.



Mittwoch, 19. Februar 2014

Kürbis-Maronen-Pasta oder: Warum ich einen Blog starte

Der Start!

Heute ist es so weit. Der Tag X: Der Tag, an dem ich entschieden habe, es wirklich zu tun, nämlich einen Blog zu starten und meine glutenfreien Rezepte, Idee und Gedanken (ja, die sind auch glutenfrei!) in die Welt beziehungsweise das World Wide Web zu werfen, um sie mit anderen zu teilen.

Warum heute?
Warum nicht, heute ist besser als morgen.
Aber der tatsächliche Anlaß war ein Arztbesuch. Nicht meiner, nein, bewahre - ich habe Schwiegermutter begleitet.
Und als ich so im Wartezimmer saß und kein einziges frohes Gesicht entdecken konnte, dachte ich mir, Mia, tu etwas, um die Welt zu einem fröhlicheren Ort zu machen. Irgendwas, egal, was.

Wenn man wie ich und wie ein großer Teil von Euch vielleicht auch viele, viele frustrierende Jahre damit verbracht hat, um jeden Krümel zu ringen, den man ohne mehr oder weniger heftige Begleiterscheinungen essen kann, dann wird die Welt definitiv durch leckeres, verträgliches Essen zu einem fröhlicheren Ort.

Und deswegen nehme ich Schwiegermutters Frage im vollgestopften, tristen Wartezimmer "Was gibt's denn heute bei euch zum Mittagessen?" als Startschuß und stürze ich mich auch gleich ohne weitere lange Vorreden in mein neues Abenteuer, das Bloggen, um mein erstes Baby in die Welt zu setzen.

Das Baby hat einen hübschen runden orangefarbenen Kopf (auch Hokkaido-Kürbis genannt) und erhellt sofort das trübe Grau, das durchs Küchenfenster sickert.



Ist er nicht ein Sonnenschein?
Leider wird er dieses schöne biometrische Paßfoto nicht weiter benötigen, weil er einer schmackhaften Karriere in Kürbis-Maronen-Pasta entgegensieht.

Dieses Rezept ist NICHT vegetarisch, vegan und komplett milchfrei; es ist allerdings laktosefrei, kuhmilcheiweißfrei und natürlich glutenfrei.
Außerdem werde ich Alternativen nennen, um es vegan zu machen.


Rezept für 2 Portionen:

  • 400 g Hokkaido
  • 80 g Truthahn-Bacon (man kann natürlich auch normalen Bacon nehmen, da würde ich aber weniger nehmen; und *hier* ist das Rezept für veganen Bacon; glutenfrei wird er mit Tamari statt Sojasauce, und ein Rezept ohne Raucharoma gibt es *hier*)
  • 100 g gekochte, geschälte Maronen
  • 250 ml glutenfreie Brühe (Hühnerbrühe oder Gemüsebrühe)
  • 1 Stich Butterschmalz (oder 1 Stich Virgin Coconut Oil)
  • 1 EL Olivenöl (man kann auch einfach nur 2 EL Olivenöl nehmen, bzw. nur 1 EL, wenn man normalen Bacon mit Fettrand nimmt)
  • 60 ml Pflanzensahne (ich nehme Mandelsahne, aber vermutlich geht auch Sojasahne, und natürlich geht auch Kuhmilchsahne, wenn man sie verträgt und will)
  • ca. 1/2 Tasse geriebener Pecorino (parmesanartiger Hartkäse aus Schafsmilch; für vegane Version: Hefeflocken nach Geschmack; wer kein Problem mit Kuhmilch hat, kann natürlich auch Parmesan nehmen)
  • 125 g glutenfreie Pasta

- den Kürbis (beim Hokkaido kann man die Schale mitessen, andere Kürbisse vorher schälen) in ca. 2 - 2,5 cm große Würfel schneiden
- Maronen hacken
- Bacon klein gewürfelt in Butterschmalz und 1 EL Olivenöl (oder den angegebenen Alternativen) anbraten
- gewürfelten Kürbis dazu, leicht bräunen
- die gehackten Maronen dazu geben, kurz weiterbraten
- mit Brühe ablöschen, ca. 5 - 10 Minuten simmern lassen und währenddessen die Nudeln kochen
- Sahne und Pecorino unter die Kürbiswürfel rühren
- abgeseihte Pasta unterheben
- servieren!


Vom Endergebnis existiert kein Foto, weil es - aufgefuttert wurde. Umgehend. In Wartezimmern herumzusitzen und über das Mittagessen zu reden macht nämlich offensichtlich hungrig ;-)